Was tun bei fehlerhaften Schufaeinträgen?

Die Auskunfteien sammeln die finanziellen Daten der Verbraucher. In weiterer Folge kommt es zu einer Bewertung der Bonität. Jedoch müssen die gespeicherten Daten nicht immer richtig sein. Fehler sorgen in weiterer Folge für Probleme – im schlimmsten Fall wird der Kreditantrag, aufgrund der fehlerhaften Daten, abgelehnt. Vergibt die Bank einen bonitätsabhängigen Zinssatz, so kann eine fehlerhafte Beurteilung der Bonität dafür sorgen, dass der Verbraucher eine höhere Kreditrate bezahlen muss, da er einen Kredit mit schlechteren Konditionen bekommt. Aus diesem Grund ist es ratsam, dass die Verbraucher – in regelmäßigen Abständen – eine Kontrolle der Daten vornehmen.

Im Jahr kann der Verbraucher eine kostenlose Auskunft beantragen. Werden Fehler festgestellt, müssen die Auskunfteien eine Richtigstellung vornehmen. Dabei steht aber der Verbraucher im Mittelpunkt – er muss die jeweilige Auskunftei überzeugen, dass der Eintrag falsch oder zu Unrecht eingegeben wurde.

Die häufigsten Fehler

Damit der Verbraucher einen Fehler finden kann, muss er natürlich wissen, welche Daten überhaupt gespeichert werden. Doch der Verbraucher sollte nicht nur seine Schufaeinträge kontrollieren – auch die anderen Auskunfteien (wie etwa Infoscore, Bürgel, Boniversum und Deltavista) sollten keinesfalls ignoriert werden.

Hinweis:
Die Auskunfteien speichern die Daten des Verbrauchers. Stellt dieser fest, dass die Einträge zur Person falsch oder mitunter nicht aktuell sind, sollten diese korrigiert oder gelöscht werden. Die Auskunfteien sind gesetzlich verpflichtet, dass sie die Daten korrigieren (siehe auch § 35 Abs. 1 BDSG).

Aber in vielen Fällen ist es gar nicht die Schuld der Auskunfteien – werden nämlich fehlerhafte Datenbestände von den Firmen übermittelt, müssen die Unternehmen in die Pflicht genommen werden. Hat der Kunde die offene Forderung innerhalb eines Monats bezahlt, muss der negative Eintrag berichtigt werden.

Findet der Verbraucher also einen noch offene Forderung, wobei diese längst beglichen wurde, muss er mit dem Unternehmen Kontakt aufnehmen, sich die Bestätigung der Zahlung übermitteln lassen und in weiterer Folge die Auskunftei in Kenntnis setzen.

Hinweis:
„Erledigt“, ein klassischer Zusatz, mag bei offenen Forderungen dafür sorgen, dass diese als abgeschlossen gelten, jedoch gibt es den Zusatz nicht bei Krediten. Selbst dann, wenn der Kredit getilgt wurde, gibt es – etwa von Seiten der Schufa – keine Dokumentation. Die Vertragsdaten würden, so die Schufa, bereits zeigen, dass der Kredit getilgt sei.

Klassische Fehler sind mitunter auch:

  • Der getilgte Kredit wird nicht rechtzeitig gelöscht
  • Bereits bezahlte Forderungen werden als offen angezeigt
  • Die Höhe der Forderung ist falsch

Verbraucher müssen die Speicherfristen berücksichtigen

Zahlreiche Verbraucher wenden sich immer wieder an die Schufa und beantragen die Löschung eines negativen Eintrags. Jedoch haben die Verbraucher, aufgrund der gesetzlichen Speicherfristen, nur selten Erfolg. In der Regel bleiben die negativen Einträge für drei Jahre gespeichert (siehe § 35 Abs. 2 Satz 2 Nr. 4 BDSG).

  • Kredite, die bereits getilgt wurden, bleiben für drei Jahre im Register
  • Kreditanfragen bleiben für zwölf Monate im Register
  • Unternehmensanfragen werden ebenfalls für zwölf Monate gespeichert
  • Haftbefehle oder auch die Abgabe der Vermögensauskunft bleiben ebenfalls für drei Jahre im Register bestehen
  • Die Restschuldbefreiung ist drei Jahre im Register zu finden

Jedoch kann eine vorzeitige Löschung ermöglicht werden, wenn die Forderung maximal 2.000 Euro beträgt und innerhalb von einer sechswöchigen Frist bezahlt wurde. Zu der Forderung darf es kein Urteil und auch keinen Vollstreckungsbescheid geben. Erfüllt der Verbraucher die Voraussetzungen, löscht die Schufa die Forderung aus dem Register.

Was passiert, wenn es zu keiner Einigung kommt?

Die Gläubiger dürfen nicht jeden Vertrag melden. Die Grundlage für die Weitergabe wird im Bundesdatenschutzgesetz (siehe § 28a BDSG) geregelt. Der Verbraucher muss im Vorfeld zweimal schriftlich gemahnt werden – zwischen der Mahnung und der Übermittlung an die Auskunftei müssen vier Wochen liegen. Des Weiteren muss der Gläubiger auch den Schuldner in Kenntnis setzen, dass er die Daten an die Schufa weiterleitet. Besteht ein Streit zwischen Gläubiger und Schuldner, so darf der Gläubiger die Daten nicht weiterleiten – es spielt keine Rolle, ob die Forderung zu Recht besteht oder nicht.

Hinweis:
Findet der Verbraucher eine Eingabe über eine verzögerte Zahlung, die jedoch fristgerecht bezahlt wurde, so muss er mit der Auskunftei Rücksprache halten. Dasselbe gilt auch dann, wenn der Verbraucher nicht die beiden notwendigen Mahnungen erhalten hat, die offene Forderung aber dennoch in der Schufa zu finden ist.

Möchte die Schufa den negativen Eintrag nicht berichtigen, so kann der Verbraucher den Ombudsmann kontaktieren. Jedoch muss im Vorfeld der Kontakt mit dem Servicecenter der Schufa hergestellt werden – der Verbraucher muss einen Klärungsversuch unternommen haben, bevor er den Ombudsmann kontaktiert. Wird der Ombudsmann kontaktiert, fallen keine Kosten an. Die Alternative einer Finanzierung trotz Schufaeintrag wäre einfach zu teuer.

Hinweis:
Stellt der Ombudsmann fest, dass der Eintrag zu Unrecht erfolgt ist, wird dieser korrigiert. Einen Ombudsmann gibt es aber nur bei der Schufa. Andere Auskunfteien stellen nur den betrieblichen Datenschutzbeauftragten zur Verfügung. Gelingt keine Einigung, bleibt dem Verbraucher nur die Datenschutzbehörde.

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