Studentenkredite – was muss beachtet werden?

Nur die wenigsten Studenten sind ausreichend informiert darüber, welche Möglichkeiten sich ihnen im Rahmen einer Förderung bieten. Im folgenden Ratgeber gibt es zahlreiche Infos rund um den Studentenkredit

Allgemeines zum Thema

Das finanzielle Dilemma der Studenten

Die Finanzierung des Studiums ist häufig eine heikle Angelegenheit. Wer sich nicht auf die finanzielle Unterstützung seiner Eltern verlassen kann, der wird um eine Förderung nicht herumkommen. Denn teilweise ist es nicht möglich, neben dem Studium noch zu arbeiten. Durch den zunehmenden zeitlichen Druck, den fast alle Studenten zu spüren bekommen, bleibt für eine Nebentätigkeit kaum noch Zeit. Auch das Arbeiten in den Semesterferien gestaltet sich nicht immer einfach. Denn Praktika, Hausarbeiten und Klausuren benötigen viel Zeit und sind ebenfalls in den Semesterferien.

Bafög- Förderung durch den Staat

Das Bafög stellt die Förderung der Studenten durch den Staat sicher. Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) legt die rechtliche Grundlage für diese Unterstützung. Allerdings hat nicht jeder Student automatisch auch einen Anspruch auf den Erhalt von Bafög. Ob dieser vorliegt, ist abhängig von dem Einkommen der Eltern, der Wohnsituation und den Geschwistern. Diese Faktoren bestimmen auch die Höhe des BAföG Betrages.

Hinweis:
Auch die Leistungen des Studenten innerhalb seines Studiums, müssen gewissen Anforderungen entsprechen. So müssen die bereits erbrachten Leistungen des Studenten erwarten lassen, dass das Studium auch erfolgreich abgeschlossen wird. Diese Leistungsforderung kann in ECTs-Punkten oder im Ablegen bestimmter Module erfolgen. Auch Fristen sind einzuhalten, in welchen die Leistungen erbracht werden müssen. Nur im Falle von Krankheiten oder anderen Umständen, wie beispielsweise der Kinderbetreuung oder einer Behinderung, kann ein Aufschub der Frist gewährt werden.

Ausländische Personen können ebenfalls BAföG in Anspruch nehmen. Dafür muss allerdings ein Aufenthaltsrecht bestehen. Dieser wird gewährt, wenn die Person entweder in Deutschland aufgewachsen ist oder die Eltern/der Partner in Deutschland leben/lebt.

Stipendien- Förderung durch Stiftungen/Staat/Unternehmen

Auch Stipendien stellen eine Möglichkeit der finanziellen Förderung dar. Dafür sind jedoch vor allem die bisher erbrachten Leistungen wichtig. Je besser diese ausfallen, desto wahrscheinlicher ist es, ein Stipendium zu erhalten. Heute ist es außerdem möglich, bereits ab dem ersten Semester eine solche Förderung zu erlangen. Dafür muss jedoch meist ein außergewöhnlich guter Abiturschnitt vorgewiesen werden. Wichtig ist es außerdem, sich bereits einige Monate im Vorfeld um das Stipendium zu kümmern. Denn die Fristen dauern meist länger als ein halbes Jahr. Ansonsten kann es passieren, dass ein Ausschluss aufgrund einer Fristverletzung, den Zugang zur Förderung versperrt.

Hinweis:
Alternativ könnte es auch passieren, dass eine Förderung erst ab dem folgenden Semester möglich ist. Das erste Semester müsste demnach anderweitig finanziert werden.

Der Staat bietet das wohl meist vergebene Stipendium, das Deutschlandstipendium an. Dieses ist an den Vorweis von überdurchschnittlichen Noten gekoppelt. Können diese belegt werden, dann kann sich der Student fortan über 300 Euro monatlich freuen. Die Noten müssen allerdings auf einem guten Stand bleiben. Ansonsten kann das Stipendium nicht länger gewährt werden. Jedoch ist ein zusätzliches Einkommen bei diesem Stipendium unproblematisch. Das ist bei den meisten dieser Förderungen nicht der Fall.

Hinweis:
Der Student muss dann seine sonstigen Einkünfte, beispielsweise aus einer Anstellung als Werkstudent, angeben. Wird ein bestimmter Betrag überschritten, kann die Förderung in Zukunft nicht mehr gewährt werden.

Neben dem Staat bieten jedoch auch viele Stiftungen Förderungen für das Studium an. Dabei kann es sich um Stiftungen mit einem politischen, religiösen oder sozialen Hintergrund handeln. Wenn der Student nachweisen kann, dass er die jeweiligen Voraussetzungen der Stiftung erfüllt, kommt er als Kandidat in Betracht. Allerdings wird auch hier auf den Notenschnitt geachtet. Im Zweifel werden die Bewerber mit einem besseren Schnitt bevorzugt behandelt. Über die Höhe der Förderung kann leider keine allgemeine Aussage getroffen werden, da sich hierbei enorme Unterschiede ergeben.

Hinweis:
Unternehmen vergeben ebenfalls Förderungen an Studenten. Davon profitieren nicht nur die Studenten, sondern auch die Unternehmen. Die Imagepflege spielt dabei eine entscheidende Rolle. Außerdem können dadurch neue Mitarbeiter gewonnen werden, die zuvor mit Hilfe der Förderung studiert haben. Denn diese können dann eine gute Ausbildung und eine entsprechend gute Qualifikation für die Arbeitsstelle vorweisen. Ehemalige Mitarbeiter sind besonders beliebt für die Vergabe solcher Förderungen, da es sich letztendlich um eine Weiterbildung handelt, von welcher das Unternehmen ebenfalls profitiert.

Studentendarlehen

Was ist ein Studentendarlehen

Studenten können mit diesem Kredit ihr Studium finanzieren, ohne sich mit Nebenjobs zu stressen. Die Gewährung der BAföG Förderung ist immer von den Einkommensverhältnissen abhängig. Das Darlehen für Studenten kann unabhängig von den Einkommensverhältnissen der Eltern beantragt werden.

Wer kann dieses Darlehen beantragen

Der Antragsteller muss an einer staatlich anerkannten Hoch- oder Fachschule in Deutschland studieren und volljährig sein.

Je nach Kreditinstitut gelten weitere Kriterien für die Vergabe, die unterschiedlich sind. Dazu gehören in den meisten Fällen ein Erststudium und die Regelstudienzeit.

Ohne Bonitätsprüfung keinen Kredit

Wie bei jedem Kreditantrag gehört auch bei diesem Darlehen die Bonitätsprüfung dazu. Die Bank holt über den Antragsteller eine Schufa Auskunft ein. Damit wird ersichtlich, ob noch mehrere Verbindlichkeiten bestehen und ob der Antragsteller laufende Raten regelmäßig zahlt. Wichtig ist auch, ob durch den Kreditantrag die Gefahr einer Überschuldung besteht.

Hinweis:
Es ist auch notwendig, dass der Antragsteller begründet warum er den Kredit benötigt. Das können ein Auslandssemester, gestiegene Studiengebühren, ein Hochschulwechsel, oder auch zusätzliche Aufwendungen für eine Abschlussarbeit sein.

Manche Kreditinstitute vergeben das Darlehen nur beim Studium in einer bestimmten Region, oder einem bestimmten Bundesland.

Raten, Zinsen und Laufzeit des Studentendarlehens

Das Darlehen wird üblicherweise während des gesamten vereinbarten Studiums (oft Regelstudienzeit) gezahlt. Die Auszahlung erfolgt in monatlichen Raten, die in Abhängigkeit vom Kreditumfang zwischen 100 bis 800 Euro sein können. Die Zinsen sind je nach Kreditinstitut unterschiedlich, so dass sich ein Vergleich immer lohnt. Gegenwärtig muss mit einem Zinssatz von 5-8 % gerechnet werden. Die aktuellen Zinsen werden monatlich mit der Auszahlung verrechnet.

Nach Abschluss des Studiums gibt es in der Regel eine Pufferzeit von 12 Monaten bevor die Rückzahlung beginnt. Je nach Möglichkeiten und Einkommen kann die Rückzahlung bis 25 Jahre dauern. Sinnvoll ist es, wenn im Vertrag mit vereinbart wird, den Kredit auf einmal ohne zusätzlicher Kosten zurück zu zahlen.

Der KfW Studienkredit

Eine besondere Form des Studentendarlehens ist der KfW Studienkredit. Dieses Darlehen unterstützt Studenten während des Studiums mit 100 bis 650 Euro im Monat, unabhängig vom Einkommen und ohne Sicherheiten. Der effektive Jahreszins liegt z.Z. etwa bei 3,5%. Er wird jedes Jahr zum 01.04. und 01.10. angepasst.

Wer kann einen Antrag stellen

Der Antragsteller muss volljährig sein und an einer staatlich anerkannten deutschen Hochschule studieren. Das Höchstalter ist 44 Jahre und der Finanzierungsbeginn ist entweder der 01.4. oder der 01.10. eines Jahres.

Der Antrag kann gestellt werden von:

  • Deutschen Staatsangehörigen mit inländischer Meldeadresse
  • Familienangehörigen (Ehepartner, eingetragene Lebenspartner) von deutschen Staatsangehörigen mit inländischer Meldeadresse (unabhängig von deren Staatsangehörigkeit)
  • Eigene Kinder und Kinder des Partners, die maximal 20 Jahre alt, oder noch unterhaltspflichtig sind
  • EU Staatsangehörige, die mindestens 3 Jahre in Deutschland gemeldet sind, sowie deren Familienangehörige, wenn sie in Deutschland gemeldet sind und sich hier aufhalten.
  • Bei Privatinsolvenz gibt es keine Förderung.

Welche Studiengänge werden gefördert

Gefördert werden alle grundlegenden Studiengänge (Staatsexamen, Diplom, Bachelor, Magister), sowie Erst- und Zweitstudium, postgraduale Studiengänge und Promotion. Alle Studiengänge können dauerhaft, oder auch berufsbegleitend in Teilzeit belegt werden.

Ein Antrag kann auch gestellt werden, wenn beim Bestehen einer Immatrikulation an einer staatlich anerkannten deutschen Hochschule mit Sitz in Deutschland ein Auslandssemester erfolgt. Möglich ist auch eine Förderung mit anderen Förderprogrammen (z.B. BAföG).

Nicht förderfähig über KfW Kredit sind Studiengänge die vollständig im Ausland erfolgen, oder Studiengänge an Berufsakademien.

Folgende Finanzierungszeiten sind möglich.

  • bis 24 Jahre bis zu 14 Semester
  • bis 34 Jahre bis zu 10 Semester
  • bis 44 Jahre bis zu 6 Semester

Hinweis:
Nach Ablauf des Darlehens erfolgt eine tilgungsfreie Zeit von 18 bis 23 Monaten. Wurde kein Zinsaufschub gewährt, müssen in dieser Zeit die Zinsen gezahlt werden. Danach beginnt die Tilgung in monatlichen Raten bis max. 25 Jahre, oder dem 67. Lebensjahr. Die Mindestrate muss 20 € betragen.

Studienkredit & Zweitstudium

Kredite sind so eine Angelegenheit. Wenn man sie erst einmal hat, dann ist soweit alles in Ordnung. Doch irgendwann kommt der Tag, an dem sie zurückgezahlt werden müssen. Dies ist auch bei einem Studienkredit für ein Zweitstudium nicht anders. Wer sich zu einem solchen Schritt entscheidet, der muss aber einiges an Hintergrundwissen besitzen, damit ihm die Aufnahme bei einer Bank oder einem Amt am Ende nicht auf die Füße fällt.

Der erste Weg führt zur Bank

Als Erstes sollte das Glück bei einer Bank versucht werden. Allerdings steht hier die Voraussetzung im Raum, das keine Einträge bei der Schufa oder einer anderen Auskunftstei bestehen. Ist in diesem Punkt alles in Ordnung, gewähren die Banken in der Regel einen entsprechenden Kredit. Allerdings sollte man hierfür nicht älter als 30 Jahre sein, denn mit steigendem Alter verschlechtern sich zusehends die Konditionen. Auch dürfte bei den meisten Instituten die Kreditsumme nicht ganz so hoch ausfallen, wie vielleicht gedacht. Viele Banken sind bei einem Zweitstudium etwas skeptisch und rechnen damit, dass Umstände eintreten, die zu einem Abbruch führen könnten. Auch sollten die Zinsen im Auge behalten werden, denn es nützt nichts, wenn man am Ende mit erheblichen Schulden aus dem Studium geht.

Studienplan schafft Sicherheit

Allerdings wird heute kaum eine Bank ein Endlosstudium finanzieren. Daher sollte sich jeder Kreditnehmer bemühen, die Regelstudienzeit auch einzuhalten. ´Bei allem darüber hinaus, ist nicht gewährleistet, dass weitere Zahlungen fließen. Hier kann die Vorlage eines Studienplans helfen, denn in einem solchen, können die Ziele des Antragsstellers genau erklärt und aufgezeigt werden. So kann das Institut erkennen, dass keine unrealistischen Absichten angestrebt werden und eine spätere Rückzahlung des Darlehens auch möglich ist. Zudem sollte man auch ein Konzept für die Zeit nach dem Studium vorweisen können, welches der Bank zeigt, dass sich die erneute Ausbildung durchaus wirtschaftlich rentiert. Die Vergabe eines Kredites wird dadurch wesentlich einfacher gestaltet.

Raten im Vorfeld genau definieren

Wer sich für die Aufnahme eines Studienkredites bei einer Bank entscheidet, der sollte mit dem Kreditinstitut die Raten genau vereinbaren. Ein Studienkredit wird nämlich nicht im Ganzen, sondern in Teilbeträgen Monat für Monat auf das Konto überwiesen. In der ersten zeit fallen die Beträge dabei durchaus gering aus. Üblich sind bei einem Zweitstudium Summen zwischen 200 und 400 Euro im Monat. In den letzten Semestern kann sich dieser Wert aber deutlich erhöhen und auf bis zu 800 oder gar 1000 Euro ansteigen. Dies hängt aber einzig und allein davon ab, was im Vorfeld mit der Bank vereinbart wurde.

Daher sollte vor der Unterzeichnung des Kreditvertrages geklärt werden, wann, und in welcher Höhe die Raten überwiesen werden. Im Nachhinein lassen sich diese für gewöhnlich nicht mehr ändern. Wer also pro Monat nicht zu wenig Geld zur Verfügung haben will, muss sich schon im Vorfeld als Rechentalent beweisen.

Hinweis:
Übrigens sollte bedacht werden, dass der Kredit zwar nicht während des Studiums aber sofort danach beglichen werden muss. Wer sein Studium also erfolgreich abgeschlossen hat, der sollte mit der Bank reden und einen geeigneten Tilgungsplan entwerfen. Es sei erwähnt, dass beim Antreten eines Vollzeitjobs und spätestens nach drei Monaten, mit der Rückzahlung begonnen werden muss.

Die Alternative BAföG?

Selbstverständlich lässt sich auch beim BAföG-Amt ein Antrag auf ein Darlehen für einen Zweitstudium stellen. Allerdings stehen die Chancen einer Bewilligung in der heutigen Zeit eher sehr schlecht. Erschwerend kommt hinzu, wenn das erste Studium nicht erfolgreich zu Ende gebracht wurde. Hier ist es fast aussichtslos eine Bewilligung zu erhalten. Ausnahmen gibt es zum Beispiel dann, wenn das Zweitstudium dazu dienen soll, das Erststudium doch noch zu einem Abschluss zu bringen. Hier kann sich die BAföG-Stelle gnädig zeigen und einen weiteren Zuschuss gewähren. Auch für Studiengänge die zu einer Fortbildung oder einer Erweiterung des bisherigen Tätigkeitsfeldes führen, kann eventuell noch ein Darlehen aufgenommen werden. Daher sollte dem Antrag unbedingt eine gute Begründung beiliegen, sodass die Absichten vom Sachbearbeiter sofort erkannt werden können.

Der kleine Tipp:
Wer sich um einen Kredit bei einer Bank bemüht sollte zugleich auch Sicherheiten vorweisen können. In der Regel genügt es, wenn die Eltern berufstätig sind oder über Vermögen verfügen. Dies macht die Beantragung des Darlehens deutlich günstiger.

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