Die Bonität entscheidet

Schnelle Kredite werden überall im Internet propagiert. Doch den Kredit für Jeden gibt es nicht wirklich. In aller Regel handelt es sich um Marketingsprüche, die potentielle Interessenten auf die Webseite locken sollen. Doch für eine erfolgreiche Kreditvergabe ist die Bonität von entscheidender Bedeutung. Diesen Begriff liest man immer wieder. Doch was hat es damit eigentlich auf sich?

Bonität & Kredit

Banken, Institute oder Privatpersonen, die als Kreditgeber auftreten, wollen natürlich wissen, wem sie da ihr Geld leihen. Dabei interessieren sie sich in erster Linie für die Zahlungsfähigkeit bzw. Kreditwürdigkeit der potentiellen Kunden. Nix anderes sagt die Bonität aus. Sie ist ein Gradmesser für die Wahrscheinlichkeit, dass der Kredit auch zurückgezahlt werden kann.

Die Bedeutung der Bonität bei Kreditgeschäften kann also gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Doch was zählt alles in die Prüfung mit hinein?

  • Aktuelles Einkommen
  • Ein regelmäßiges nachweisbares Einkommen ist sicherlich der wichtigste Faktor bei der Berechnung der Bonität. Hier ist es wichtig, dass es sich auf jeden Fall um ein Einkommen über der Pfändungsgrenze handelt. Laut Pfändungstabelle 2017 liegt dieses Einkommen für Alleinstehende ohne Kind bei 1073,88 € netto monatlich. Unter diesem Einkommen ist ein (klassischer) Kredit nahezu ausgeschlossen. Ausnahmen bilden hier sicherlich Bürgschaftskredite oder hohe Sicherheiten.

  • Unbefristete Anstellung oder Selbständigkeit > 3 Jahre
  • Auch die Sicherheit des Einkommensverhältnis spielt in die Bonitätsbewertung mit ein. Bei Angestellten sollte es sich um einen unbefristeten Job handeln, der sich nicht mehr in der Probezeit befindet. Bei Unternehmern wird in aller Regel ein Einkunftsnachweis über drei Jahre geprüft. Wenn in dieser Zeit die Gewinnentwicklung positiv verläuft, ist dies ein Indikator für eine gute Bonität.

  • Aktuelle Verbindlichkeiten
  • Neben den Einnahmen spielen auch Verbindlichkeiten bei der Bonitätsprüfung eine Rolle. Wenn weitere Kredite oder sonstige Finanzierungen nebenher laufen, wirkt sich das natürlich negativ auf die Einschätzung der Kreditwürdigkeit aus.

  • Aktuelle Ausgaben
  • Auch weitere Haushaltsausgaben, wie Miete, Auto usw. können in die Berechnungen einfließen. Unter Umständen wird eine komplette Haushaltsrechnung verlangt.

Hinweis:
Jede Bank verwendet ein eigenes Scoring Verfahren, um die Kreditwürdigkeit der Antragsteller einzuschätzen. Hier fließen also unterschiedlichste Kriterien mit ein. Das kann auch Wohnort, Alter und sogar ethnische Herkunft umfassen, auch wenn Banken letzteres vehement abstreiten würden.

Die Schufaprüfung

Neben den eigenen Bonitätsscores rufen Banken auch Informationen von der externen Auskunftei Schufa ab. Hier werden aktuelle und frühere Verbindlichkeiten, wie etwa Immobilienkredite, Ratenfinanzierungen, Kreditkarten usw. der Konsumenten gesammelt.

Mit einer Abfrage bei der Schufa können Banken schnell in Erfahrung bringen, ob der potentielle Kreditnehmer:

  • laufende Verbindlichkeiten hat
  • frühere Verbindlichkeiten fristgerecht bedient hat
  • bisher durch Zahlungsunwilligkeit aufgefallen ist

Mit diesen Daten können sich die Banken einen Eindruck vom Kunden verschaffen und aus seinem bisherigen Verhalten auch Rückschlüsse auf zukünftige Entscheidungen in Sachen Zahlungsmoral ziehen.

Bonität berechnen – gibt es die ultimative Formel?

Da jede Bank ein eigenes Verfahren zur Prüfung einsetzt, kann man die eigene Bonität nur schwierig mit einer einfachen Formel berechnen. Die genaue Berechnung bleibt also für den Endverbraucher sehr intransparent. Daher kann man im Falle einer Ablehnung der Kreditanfrage auch nur schwer nachvollziehen, woran es letztendlich gescheitert ist.

Bonität prüfen?

Wer sich die eigenen Chancen auf einen Kredit vorab vergegenwärtigen möchte, dem stehen diverse Möglichkeiten der Bonitätsprüfung offen. An erster Stelle ist hier sicherlich die Abfrage der eigenen Schufadaten zu nennen. Gegen ein gewissen Entgelt kann man diese Informationen direkt online bei der Schufa einholen.

Die Schufaabfrage ist sicherlich die sinnvollste Variante. Daneben gibt es zahlreiche Dienstleister, die eine Einschätzung der individuellen Bonität vornehmen. Diese Angebote kosten zum Teil ebenfalls Geld. Es gibt aber auch kostenlose Bonitätsprüfungen.

Aufgrund der oben bereits erwähnten Tatsache, dass Banken eigene Formeln für den Bonitätsscore einsetzen, sind solche externen Schätzungen und Prüfungen allerdings in ihrer Sinnhaftigkeit in Frage zu stellen. Eine Garantie, dass die Bank im Falle einer positiven Bonitätseinschätzunge dieser auch entspricht, kann es nicht geben. Das Geld bzw. den Aufwand kann man sich also eigentlich sparen.

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