Schufaauskunft beantragen – wie geht das?

Die Schufaauskunft wird in vielen Fällen benötigt, damit Vermieter oder Banken Informationen über den finanziellen Hintergrund einer Person, der auch als Bonität bezeichnet wird, erhalten. Wichtig: Bei der Schufaauskunft handelt es sich nicht um die Datenübersicht gemäß $34, denn die Schufa ist ein unabhängig arbeitendes Unternehmen.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie eine Schufaauskunft beantragen und welche Informationen dazu wichtig sind.

Wo und wann kann eine Schufaauskunft beantragt werden?

Grundsätzlich kann die Schufaauskunft auf der Webseite www.meineschufa.de abgerufen werden. Wer sich einen durchgehenden Überblick über seine Schufa-Informationen wünscht, kann dies ebenfalls beantragen, was allerdings mit zusätzlichen Kosten verbunden ist. Der Vorteil ist jedoch, dass man auf diese Weise jederzeit den Überblick behält und sofort eingreifen kann, wenn Unregelmäßigkeiten auftreten – wie beispielsweise ein Diebstahl der eigenen Identität durch eine andere Person.

Gemäß $34 des Bundesdatenschutzgesetzes steht es jedem Verbraucher zu, einmal jährlich eine Schufaauskunft anzufordern. Dabei dürfen ihm keine Kosten in Rechnung gestellt werden. Jeder Verbraucher hat somit die Möglichkeit, was über ihn gespeichert wird und woher die gesammelten Daten stammen. Auch ist vermerkt, wer diese Informationen erhält.

Wichtig:
Verwechseln Sie die Datenübersicht nicht mit einer Bonitätsauskunft, denn in ihr sind persönliche Daten enthalten. Geben Sie diese Informationen nicht an Dritte weiter, sondern nutzen Sie sie nur für eigene Zwecke.

Um eine schnelle Bearbeitung der Schufaauskunft gewährleisten zu können, ist es ratsam, bei der Beantragung einer Auskunft stets den Personalausweis beizulegen. Idealerweise sind darauf der vollständige Name, die Wohnadresse, das Geburtsdatum und der Geburtsort lesbar. Alle weiteren Daten dürfen geschwärzt werden.

Das Mitsenden eines Personalausweises ist jedoch nicht vorgeschrieben.

Welche Daten speichert die Schufa über Personen?

In der Datei der Schufa werden Daten erfasst, welche die entsprechende Person entweder selbst an die Schufa übermittelt hat oder auch Informationen gesammelt, die von Geschäftspartnern der Schufa stammen. Dazu zählen zum Beispiel Informationen zur Aufnahme von Leasing- und Kreditverträgen inklusive der Laufzeit und der Kreditsumme, der Abschluss eines Handyvertrags oder auch die Eröffnung eines Girokontos. Beantragt man eine Kreditkarte bei einer Bank, wird dies ebenfalls in der Schufa-Datei vermerkt.

Hinweis:
Hat man weitere Fragen oder benötigt man Hilfe bei Themen, die mit der Schufa zusammenhängen, kann man sich jederzeit an den Verbraucherservice der Schufa oder an einen Steuerberater wenden.

Wie funktioniert das System der Schufa?

Bei der Schufa handelt es sich um eine Aktiengesellschaft, an denen unter anderem Versandhäuser, Telekommunikationsfirmen, Banken und Sparkassen Anteile besitzen.

In erster Linie ist es die Aufgabe des Unternehmens, den Vertragspartnern Informationen über die Bonität von Privatpersonen Auskunft zu erteilen. Die Schufa kann zum Beispiel mitteilen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist dass eine bestimmte Person ein aufgenommenes Darlehen zuverlässig zurückzahlt.

Hinweis:
Die Bonität, also die Kreditwürdigkeit einer Person, ist ausschlaggebend dafür, ob Banken ihr ein Darlehen gewähren oder ob man eine Wohnung anmieten kann. Denn natürlich ist jeder Vertragspartner daran interessiert, sein Geld zuverlässig und schnell zu erhalten.

Doch die Schufa speichert nicht nur negative Daten, sondern auch positive Informationen: Verhält sich eine Privatperson vertragsgemäß und führt ihr Girokonten schon seit Jahren im Plus, spricht dies für eine gute Bonität. Hierfür hat die Schufa einen sogenannten Basis-Score festgelegt, welcher der entsprechenden Person einen bestimmten Score zuteilt.

Hinweis:
Entsprechend diesem können Banken und Vermieter dann entscheiden, ob Sie einen Kredit vergeben bzw. eine Wohnung vermieten möchten.

Wie lange werden persönliche Daten bei der Schufa gespeichert?

Wie lange persönliche Informationen bei der Schufa gespeichert werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein Konto bei einem Versandhaus wird bei der Schufa beispielsweise gelöscht, sobald die ausstehenden Beträge beglichen sind. Bei Darlehen erfolgt die Löschung auf den Tag genau drei Jahre nach der vollständigen Begleichung der offenen Summen.

Hinweis:
Auch Kreditanfragen werden für ein Jahr in der Datei gespeichert. Weitergegeben werden können diese allerdings nur zehn Tage lang an andere Vertragspartner.

Sind in der persönlichen Kartei unerledigte Sachverhalte vermerkt, dann werden diese nach Ablauf des vierten Jahres seit der Speicherung vollständig gelöscht.

Einen negativen Eintrag bei der Schufa zu erhalten, ist gar nicht so einfach, aber kann dennoch vorkommen, wenn einige finanzielle Probleme auftreten. So erhält die Schufa beispielsweise nach zweimaliger Mahnung einer Person eine Information, allerdings wird der Verbraucher darüber auch schriftlich informiert.

Hinweis:
Bei Insolvenz oder Problemen bei der Rückzahlung eines Kredits erfolgt ebenso ein Eintrag, der über mehrere Jahre bestehen bleibt.

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