Kostenloser Kredit

Da ein Kredit, den man bei einer Bank oder einerm Institut aufnimmt, immer mit der Zahlung von Zinsen verbunden ist, kann im engen Sinn nur dann von einem kostenlosen Kredit gesprochen werden, wenn die Zinsen bzw. andere Kosten entfallen. Der Grundgedanke beim Verleihen von Geld ist ja nun einmal der, den Kreditnehmer durch die vorübergehende Bereitstellung einer bestimmten Summe in die Lage zu versetzen, finanziell handlungsfähig zu bleiben. Im Gegenzug zahlt der Kreditnehmer für diesen Service Zinsen, die je nach der Laufzeit des Kreditvertrags und der Summe bzw. anderen, eher persönlichen Bedingungen, variieren.

Somit kann ein kostenloser Kredit nur dann als solcher bezeichnet werden, wenn keine Zinsen bzw. auch keine über die Darlehenssumme hinaus gehenden Kosten für den Kreditnehmer entstehen. Dieser Fall, also ein Verzicht auf Zinsen, wird wohl nur in solchen Fällen gegeben sein, in denen der Kreditnehmer zu dem Kreditgeber in einem persönlichen Verhältnis steht. Keine Kosten entstehen also zum Beispiel dann, wenn ein Verwandter sich bereit erklärt, einen Kredit oder auch ein Darlehen für eine gewisse Zeit zur Verfügung zu stellen. In einem solchen Fall eines kostenlosen Kredits wird in der Regel, genau wie einem Kredit, für den Zinsen gezahlt werden müssen, eine meist schriftliche Vereinbarung getroffen, in der die Konditionen für den Kredit und dessen Rückzahlung festgelegt werden.

Um ein Beispiel für einen solchen Kredit zu geben, könnte hier folgender Fall der Veranschaulichung dienen: Enkel M. braucht, um sein Studium in Ruhe zu Ende bringen zu können, also, um zu vermeiden, dass er neben den Prüfungsvorbereitungen noch arbeiten muss, eine Summe von 2.000 Euro. Dieses Geld, so hofft er, hat sich schnell amortisiert, wenn er ohne zusätzliche mentale Belastung sein Studium stringent und erfolgreich zu Ende bringen kann. Er hört sich also in der Verwandtschaft um und findet in seiner Großmutter eine Person, die ihm für einen gewissen Zeitraum diese Summe leiht – ohne Zinsen zu verlangen. Dass sie ihm die Summe nicht einfach schenkt, versteht sich für beide Seiten, aber dass sie ihren Enkel nicht noch durch die Zinsen belasten will, auch.

Bei dem erwähnten Fall könnte eine Vereinbarung bzw. Rechnung so aussehen: Beide Seiten halten die Höhe der Summe in schriftlicher Form fest. Sie vereinbaren die genauen Modalitäten der Rückzahlung, also zum Beispiel eine Zahlung von 5 x 400 Euro im Abstand von 2 Monaten. Sie legen den frühesten Zeitpunkt der Rückzahlung fest, ein Zeitpunkt, zu dem Enkel M. hofft, sein eigenes Geld zu verdienen. Dass die Gesamtsumme auch der zu verleihenden Summe entspricht, wird ebenfalls festgehalten. Damit wird deutlich, dass dem Kreditnehmer keine zusätzlichen Zinsen oder andere Kosten entstehen, dieser Kredit also im strikten Sinne kostenlos ist. Dieser Fall, der in der Praxis gar nicht so selten vorkommt, wird nach den individuell festzulegenden Konditionen beider Seiten implementiert. Er lässt sich auf andere, meist auf persönlichen Beziehungen basierenden Verhältnisse übertragen.

In einigen Fällen gewähren auch Organisationen kostenlose Kredite, wenn der Kreditnehmer sich den Statuten der Organisation gemäß als „förderungsbedürftig“ erwiesen hat. Es lohnt sich also, sich vor einer Inanspruchnahme eines Kredits auch nach solchen Möglichkeiten umzuhören.

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