Großkredit

Für die Banken hat das Geschäft mit Krediten eine essentielle Bedeutung, diese können aber auch ein Risiko darstellen. Großkredite aber auch Millionenkredite sind eine solche Art von risikoreichen Geschäften für die Institute. Doch was hat man unter diesen Begriffen genau zu verstehen und was sind die speziellen Regelungen von Großkrediten?

Unter einem Großkredit versteht man im Bankwesen einen Kredit, welcher eine bestimmte Höhe so überschreitet, dass er für eine Bank zu einem Risiko werden kann. Damit ist aber nicht zwingend von nur einem Kredit die Rede, sondern auch die Gesamtheit aller Kredite, welche an die Kreditnehmer ausgezahlt wurden. In Deutschland ist ein Großkredit ein Kredit, welcher 10% des haftenden Eigenkapitals bei einem Nichthandelsbuchinstitut erreicht oder aber auch übersteigt.

Handelsbuchinstitute müssen auch auf andere Regeln achten. Hier liegt ein Großkredit vor, wenn die Summe der Kredite aus Anlage- und Handelsbuch 10% der Eigenmittel erreicht oder darüber hinaus geht. Die Summe aller Großkredite dürfen das achtfache der Eigenmittel nicht überschreiten.

Ein Großkredit muss, ebenso wie ein Millionenkredit, der Evidenzzentrale der Bundesbank angezeigt werden. Dies wird dann in Folge an das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen übermittelt. Nur durch den einstimmigen Beschluss aller Geschäftsleiter des gesamten Institutes darf ein Großkredit herausgelegt werden. Dieser Beschluss muss jedoch vor der Kreditvergabe erfolgen. Sollte dies aufgrund eines eiligen Falles nicht möglich sein, so muss dieser Beschluss sofort nachgeholt werden. In Österreich gilt ein Kredit ab der Summe von 350.000 Euro schon als Großkredit und dieser muss der Österreichischen Nationalbank gemeldet werden.

Bei wirtschaftlichen Problemen kann es der Bank selbst große Schwierigkeiten bereiten, wenn der Großkredit vom Kreditnehmer nicht mehr beglichen werden kann. Da dies also sehr risikointensiv ist, herrscht eine Reihe von Vorschriften und Regeln, welche von der staatlichen Bankenaufsicht erlassen worden sind. Die Grenzen oberhalb des Großkredites Verlaufen zum Millionenkredit fließend. Dieser Begriff wird im Bankwesen benutzt, wenn man von einem Kredit in der Höhe von mindenstens 1,5 Millionen Euro spricht.

Dieser Millionenkredit unterliegt, genauso wie der Großkredit, der Meldepflicht bei der Berliner Evidenzzentrale. Diese Zentrale ermittelt die Gesamtverschuldung aus den ihr gemeldeten Millionenkrediten je Kreditnehmer und Kreditnehmereinheiten. Die Kreditgeber werden daraufhin in einer Rückmeldung über die Gesamtverschuldung ihrer Kreditnehmer informiert. Solche Informationen nutzt man für Analysen, wie etwa einer möglichen Insolvenz des Kreditnehmers, also des Unternehmens,sowie zur Erkennung von Risiken, welche die Stabilität des Finanzsystems gefährden. Die gesammelten Informationen dienen auch als Datenbestand und sind für Kreditinstitute als auch für die Bankenaufsicht von Bedeutung.

Gemeinsam ist diesen beiden Krediten, also dem Großkredit und dem Millionenkredit, dass sie sehr selten an Privatpersonen vergeben werden. Großen Konzernen und Unternehmen wird diese Form des Kredites aber durchaus gewährt, wenn gewährleistet ist, dass für die Bank keine Risiken bestehen und der Kredit ohne Zahlungsausfälle zurückgezahlt werden kann.

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