Arbeitgeberdarlehen Öffentlicher Dienst

Ein gut funktionierendes Arbeitsverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer basiert auf Vertrauen, guter Leistung und Zuverlässigkeit auf beiden Seiten. Daher kommt es vor, dass Arbeitgeber dem Arbeitnehmer Darlehen zu besonders guten Konditionen gewähren. Häufig wird dieses Darlehen zur Finanzierung von Fortbildungsmaßnahmen oder aber auch zur Finanzierung von Wohneigentum genutzt.

Arbeitgeberdarlehen: Was muss im Vertrag geregelt werden?

Bei einem Arbeitgeberdarlehen handelt es sich keineswegs um eine Gegenleistung für besondere Leistungen oder Verdienste. Es ist die Gewährung eines „normalen“ Kredites – nur durch den Arbeitgeber und zu deutlich günstigeren Konditionen. Allerdings muss der Arbeitgeber den Gleichbehandlungsgrundsatz bei der Vergabe von Arbeitgeberdarlehen beachten. Das heißt, dass er bei der Vergabe von Krediten und bei der Festsetzung der Verzinsung nicht zwischen Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigten unterscheiden darf. Arbeitgeber darf aber sehr wohl einen Kreditantrag ablehnen, wenn zum Beispiel einzelne Arbeitnehmer überschuldet sind oder bereits Lohnpfändungen bestehen.

Aus steuerlichen und rechtlichen Gründen sollte der Darlehensvertrag zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber schriftlich geschlossen werden. Folgende Punkte müssen darin geregelt sein:

  • die Höhe des Darlehens
  • die Verzinsung. Fehlt sie, so wird das Darlehen zinslos gewährt.
  • die Kreditlaufzeit sowie die monatliche Rücktilgungsrate
  • die Kündigungsfrist, Kündigungsvoraussetzungen
  • die Möglichkeit einer kostenlosen Sondertilgung

Tipp:

Nach §8 Absatz 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) gilt der Zinsvorteil zwischen dem vereinbarten und marktüblichen Zinssatz als geldwerter Vorteil und muss als solches versteuert werden. Verglichen wird dabei der vom Arbeitnehmer zu zahlende effektive Jahreszins mit 96 Prozent des tatsächlichen Zinssatzes. Hierbei entsteht ein geldwerter Vorteil von vier Prozent. Übersteigt dieser Zinsvorteil die steuerliche „Freigrenze“ von 44 Euro im Kalendermonat nicht, so bleibt dieser steuerfrei.

In den meisten Fällen wird die Rückzahlung des Arbeitgeberdarlehens mit dem laufenden Gehaltsanspruch verrechnet. Hier müssen die gesetzlichen Pfändungsfreigrenzen beachtet werden. Denn die Rücktilgungsrate darf den vollständen Gehaltsanspruch des Arbeitnehmers nicht aufzehren.

Ist die letzte Monatsrate getilgt, so ist es die Pflicht des Arbeitgebers, den Vertrag zu kündigen. Im Fall, dass das Arbeitsverhältnis während der Vertragslaufzeit aufgelöst wird, muss der Arbeitnehmer nicht zwangsläufig den kompletten Betrag auf einmal zurückzahlen. Erst nach Ablauf der gesetzlichen Kündigungsfrist kann der Arbeitgeber den vollständigen Kreditbetrag zurückfordern.

Unzulässig hingegen sind Vereinbarungen, die für den Fall einer Kündigung des Arbeitsverhältnisses:

  • eine sofortige Rücktilgung des gesamten Darlehens vorsehen (unzulässig, da Kündigungserschwerung für den Arbeitnehmer)
  • sowie überhöhte Zinssätze und untragbare Zahlungsbelastungen beinhalten.

Sehr wohl darf aber der Arbeitgeber, bei Kündigung des Arbeitnehmers, einen marktüblichen Zinssatz, der deutlich über dem vereinbarten Zinssatz liegen kann, verlangen.

Nicht zu verwechseln mit Vorschüssen und Abschlagzahlungen

Arbeitgeberdarlehen sind keine Vorschüsse oder Abschlagzahlungen. Vorschüsse sind Leistungen, die auf ein noch nicht verdientes Gehalt ausgezahlt wurden und in absehbarer Zeit wieder getilgt werden. Abschlagzahlungen sind Vorauszahlungen auf eine bereits verdiente aber noch nicht ausgezahlte Lohnzahlung.

Abgrenzung von Arbeitgeberdarlehen von sonstigen Zuwendungen

Laut Bundesfinanzministerium handelt es sich bei einem Arbeitgeberdarlehen um eine Gewährung von Geld durch den Arbeitgeber oder einen Dritten an einen Mitarbeiter, wobei im letzten Fall der Grund für die Überlassung genannt werden muss.

Keine Arbeitgeberdarlehen sind demnach:

  • Vorschüsse (Reisekosten)
  • Leistungen auf Auslagenersatz
  • sowie als Arbeitslohn zufließende Gehaltabschläge
VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 3.0/5 (8 votes cast)
Arbeitgeberdarlehen Öffentlicher Dienst, 3.0 out of 5 based on 8 ratings